Aus der Geschichte der Kreisvolkshochschule Weimarer Land

Am 24.04.1919 erfolgte die Gründung der Apoldaer Volkshochschule mit der feierlichen Eröffnung in der Lutherkirche. Großen Anteil an dieser Gründung hatte Oberpfarrer Gustav Thoellden. Neben den Fächern Deutsch, Literatur, Fremdsprachen, Kunstgeschichte, Algebra, Buchführung, Geographie und Gartenkunde gab es Vorträge zu Themen wie Weltanschauung, Gesundheitslehre, Musik, Natur und Technik, Recht und Textilindustrie.
Sowohl rege Sponsorentätigkeit als auch interessierte Teilnehmer bescherten der Volkshochschule einen erfolgreichen ersten Arbeitsabschnitt. Dieser hoffnungsvolle Beginn war aber von kurzer Dauer. Mit der Weltwirtschaftskrise gingen die Teilnehmerzahlen immer mehr zurück, verringerte sich die Zahl der finanzkräftigen Sponsoren.
Im September 1933 wurden in Thüringen statt der Volkshochschulen Deutsche Heimatschulen gegründet, deren Programm völkisch ausgerichtet war. Die Zerschlagung der Volkshochschulen begann in ganz Deutschland.
Nach dem Krieg - bereits im Januar 1946 - erging ein Befehl der Sowjetischen Militäradministration, in allen größeren Städten und Gemeinden Volkshochschulen zu errichten. Erst im Mai 1947 konnte die Volkshochschule Apolda als Außenstelle Weimars wieder ihre Türen für alle öffnen. Mit der Verwaltungsreform 1952 erhielt sie den Satus einer Kreisvolkshochschule.
Schulabschlüsse, Vorbereitungslehrgänge für Fachschulstudien, Facharbeiteraus- und -weiterbildungen, allgemeinbildende Lehrgänge prägten das Angebot der Kreisvolkshochschule in der DDR.
Mit der Vereinigung Deutschlands begann auch für die KVHS eine inhaltliche Neuorientierung mit veränderten bildungspolitischen Zielstellungen, mit neuen Strukturen und unter marktwirtschaftlichen Bedingungen.
Heute stellt die KVHS Weimarer Land eine leistungsfähige öffentliche Bildungseinrichtung des Kreises Weimarer Land dar, die jedem Bürger - unabhängig von Geschlecht, Bildung, sozialer und beruflicher Stellung, politischer oder weltanschaulicher Orientierung und Nationalität - offen steht.
Für den ersten Arbeitsabschnitt der Volkshochschule im Jahre 1919 meldeten sich 927 Interessenten im Alter zwischen 15 und 84 Jahren. An die 495 Hörer und 432 Hörerinnen konnten 1556 Belegkarten für Kurse ausgegeben werden.
Seit 1952 ist in Apolda eine eigenständige Volkshochschule etabliert. Von der Geschäftsstelle in der Bärholdgasse wurden nahezu 50 Dörfer betreut, die von den Mitarbeitern nur per Rad erreicht werden konnten. In dem Tagebuch der KVHS ist am 18.02.1953 eingetragen, dass innerhalb von 3 Monaten 64 Vorträge auf dem Lande gehalten worden waren.
Im Jahre 2007 wurden an der KVHS Weimarer Land 298 Kurse und Veranstaltungen durchgeführt, die von ca. 3000 Interessenten besucht waren. Die Zahl der Unterrichtsstunden belief sich auf 8995. | | | |
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