Kreisvolkshochschule Weimarer Land
Mitglied im Thüringer Volkshochschulverband e. V. - Qualitätstestiert nach LQW 3



 

Die KVHS feiert 90-jähriges Bestehen


"Warum kommen und bleiben so viele Kollegen viele Jahre als Kursleiter?

Warum kommen denn so viele sehr beschäftigte, exzellent gebildete und mit vielen Interessen ausgestattete Menschen zum VHS-Unterricht, investieren zuvor eine beachtliche Zeit in die Seminar-Vorbereitungen?

Was ist der Magnet für Kursleiter und Teilnehmer? Die Antwort ist verblüffend einfach: das Lernen an der Volkshochschule und das Lernen überhaupt macht Freude.

Für einen Neuling an der Volkshochschule wird das – zufällige oder bewusste – Kennenlernen der Volkshochschulart, die Dinge zu vermitteln, oft zu einem Erlebnis: man holt konkrete Lebenshilfen aus dem Klassenraum, man diskutiert und lacht, man stellt Fragen oder Themen in den Raum, die möglicherweise den Inhalt einer nächsten Veranstaltung bestimmen. Diese Art der Kommunikation erwarten auch unsere Pädagogen. Das mitgestaltete ja selbstgesteuerte Lernen ist der eigentliche Wert der Wissensvermittlung an der Volkshochschule.

Ich bin überzeugt, solches Lernen ist die Grundlage für eine Fähigkeit, die für einen erfolgreichen modernen Menschen heute – aber auch morgen – unabdingbar ist: Lernen zu lernen, Lernen zu entdecken, am Lernen Freude zu haben. Das ist das Wichtigere, weil

jedes Wissen irgendwann, und in unserer rasanten Zeit ziemlich schnell, überholt ist. Die Fähigkeit aber, neue und nützliche Dinge auch selbst zu erkennen und zu lernen – sie bleibt, sie hilft, sie macht den Menschen lebenstüchtig und lebensfähig."


(Frau Vitzthum, 24.04.2009)



Leiterin der KVHS: Frau Vitzthum











Aus der Geschichte der Kreisvolkshochschule Weimarer Land


Am 24.04.1919 erfolgte die Gründung der Apoldaer Volkshochschule mit der feierlichen Eröffnung in der Lutherkirche. Großen Anteil an dieser Gründung hatte Oberpfarrer Gustav Thoellden. Neben den Fächern Deutsch, Literatur, Fremdsprachen, Kunstgeschichte, Algebra, Buchführung, Geographie und Gartenkunde gab es Vorträge zu Themen wie Weltanschauung, Gesundheitslehre, Musik, Natur und Technik, Recht und Textilindustrie.

 

Sowohl rege Sponsorentätigkeit als auch interessierte Teilnehmer bescherten der Volkshochschule einen erfolgreichen ersten Arbeitsabschnitt. Dieser hoffnungsvolle Beginn war aber von kurzer Dauer. Mit der Weltwirtschaftskrise gingen die Teilnehmerzahlen immer mehr zurück, verringerte sich die Zahl der finanzkräftigen Sponsoren.

 

Im September 1933 wurden in Thüringen statt der Volkshochschulen Deutsche Heimatschulen gegründet, deren Programm völkisch ausgerichtet war. Die Zerschlagung der Volkshochschulen begann in ganz Deutschland.

 

Nach dem Krieg - bereits im Januar 1946 - erging ein Befehl der Sowjetischen Militäradministration, in allen größeren Städten und Gemeinden Volkshochschulen zu errichten. Erst im Mai 1947 konnte die Volkshochschule Apolda als Außenstelle Weimars wieder ihre Türen für alle öffnen. Mit der Verwaltungsreform 1952 erhielt sie den Satus einer Kreisvolkshochschule.

Schulabschlüsse, Vorbereitungslehrgänge für Fachschulstudien, Facharbeiteraus- und -weiterbildungen, allgemeinbildende Lehrgänge prägten das Angebot der Kreisvolkshochschule in der DDR.

 

Mit der Vereinigung Deutschlands begann auch für die KVHS eine inhaltliche Neuorientierung mit veränderten bildungspolitischen Zielstellungen, mit neuen Strukturen und unter marktwirtschaftlichen Bedingungen.

 

Heute stellt die KVHS Weimarer Land eine leistungsfähige öffentliche Bildungseinrichtung des Kreises Weimarer Land dar, die jedem Bürger - unabhängig von Geschlecht, Bildung, sozialer und beruflicher Stellung, politischer oder weltanschaulicher Orientierung und Nationalität - offen steht.

 

 

 

 

Für den ersten Arbeitsabschnitt der Volkshochschule im Jahre 1919 meldeten sich 927 Interessenten im Alter zwischen 15 und 84 Jahren. An die 495 Hörer und 432 Hörerinnen konnten 1556 Belegkarten für Kurse ausgegeben werden.

Seit 1952 ist in Apolda eine eigenständige Volkshochschule etabliert. Von der Geschäftsstelle in der Bärholdgasse wurden nahezu 50 Dörfer betreut, die von den Mitarbeitern nur per Rad erreicht werden konnten. In dem Tagebuch der KVHS ist am 18.02.1953 eingetragen, dass innerhalb von 3 Monaten 64 Vorträge auf dem Lande gehalten worden waren.

 

 

Im Jahre 2007 wurden an der KVHS Weimarer Land 298 Kurse und Veranstaltungen durchgeführt, die von ca. 3000 Interessenten besucht waren. Die Zahl der Unterrichtsstunden belief sich auf 8995.

 

 








 


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